Die Welt neu bewerten

Willkommen im Kreis der Weltbewerter!

Forscher_zeigt_Welt

So ist es leider: Weltbewertung ist eine Seniorensportart, was auch erklärt, warum die meisten Bewertungsformen so hoffnungslos veraltet sind. Dennoch gibt es immer wieder Studenten, die sich für Bewertung interessieren und dann an der Neubewertung mitarbeiten.

Hier finden Sie Dateien, die aus vielen Gründen gar nicht oder zumindest nur für Experten auffindbar veröffentlicht sind. Sie ermöglichen es, sich einen Überblick über die bisherigen Arten der Weltbewertung zu verschaffen, an denen sich auch die Bewertung am Küchentisch, in der Uni-Bibliothek und im Ministeriumsbüro messen lassen muß.

1) Vergleich von 9 führenden weltweiten Indizes

2) Diese EXCEL Datei ermöglicht es, 9 führende Indizes miteinander und mit dem Bruttosozialprodukt zu vergleichen. Das verblüffende Ergebnis, dessen Veröffentlichung im Rahmen der Entwicklungspolitik nicht möglich war: Mit Ausnahme des ökologischen Happy Planer Index bewerten alle Indizes nur Faktoren, die direkt vom Bruttosozialprodukt (BIP) abhängen, also keine unabhängigen Faktoren. Fachwort dafür: Redundanz.

In der EXCEL nun findet sich auch der Vergleich der Länderbewertungen nach ihrer Abweichung („Countries by standard deviation“) je Land. Überraschung: Jene Länder, die die Top 20 in allen Kriterien anführen, werden auch mit der geringsten Abweichung voneinander bewertet. Selbstverständlich sind es ausnahmslos die Länder, aus denen auch die Indizes stammen. Fachwort dafür: unilaterale Verzerrung.

3) Das unveröffentlichte Manifest „Sustainability Now!“ des EU-Beraters Karl Falkenberg an die EU Kommisssion vom Juli 2016. Wer bisher glaubte, in der EU würden nur geschönte und gefilterte PR-Infos erscheinen, sollte einen Blick auf dieses Pamphlet werfen Siehe dazu auch das Kapital „Unter Weltbewertern“ in „Die Welt neu bewerten“.

Sustainability_Now

Das Suversiveste, was je in der EU-Kommission veröffentlicht wurde. Autor und Text verschwanden bereits nach wenigen Wochen von der EU-WEbseite.

4) Alternative Messmethoden wurden zuletzt 2009 im sogenannten „Stiglitz-Fitoussi-Report“ der Nobelpreisträger Amaryta Sen und Joseph Stiglitz an die EU-Kommission gefordert. Auf Seite 186 schrieben sie: „Überbrückendes Sozialkapital ist die am wenigsten gemessene Form sozialer Beziehungen.“. Der Report landete im Archiv.

5)  Weder die dpa noch deutsche Wirtschaftsmedien hielten 2015 den Vergleich des Anteils von Ländern am Weltvermögen mit ihrem Anteil am Welthandel (Where did the Wealth go) für berichtenswert. Überraschendes Ergebnis: Italien, Frankreich und Belgien unter den sechs Ersten. Es wurden nämlich auch Immobilien miteinbezogen.

6) Ebenso amüsant wie lehhreich zeigt die kleine Studie des Londoner IPSOS-Instituts von 2016, zu welchen absurden Fehleinschätzungen die Medienberichterstattung über den Islam führt: So glauben die Amerikaner, 20 Prozent ihrer Bürger seien Moslems. Es sind aber nur 1 Prozent. Beachten Sie dazu im Buch das Kapitel „Islamisches Morgenland – christliches Abendland?“

8) Bisher völlig unbekannt selbst in Statistikerkreisen: Das Handbuch von UN, Weltbank und IWF zur Bewertung der Staaten nach dem System of National Accounts (SNA)

9) Zum Schmunzeln und Gruseln : Die EXCEL der Obama-Regierung mit der Wahrheit über die US-Finanzen. Unter Trump wird so eine Datei wohl kaum mehr in den Besitz alternativer Finanzwissenschaftler gelangen. Der Titel ist kein fake, sondern lautet tatsächlich so: USA Budget 1789-2017.

Bild_weltlisten

Die Weltlisten sind in dieser Form einmalig, zeigen sie doch ausgewählte Ranglisten von Ländern, die sonst tief in großen PDFs versteckt sind. Viel Saß!

10) 1999 wollte die Weltbank noch selbst Sozialkapital berücksichtigen und messen. Gleich drei Nobelpreisträger (Ostrom, Stiglitz, Sen) sind Mitautoren in diesem seltenen Sammelband, der allerdings 23 MB hat. Also bitte nur in einer ruhigen Minute herunterladen. Macht sich hervorragend als Quelle für jede Bachelor-, Magister- und sogar Doktorarbeit.

11) Wenn Ihnen diese Studien zu intensiv sind, dann können Sie alternativ die etwa 70 Länderlisten von Alexander Fuchß durchsurfen. Dort erlauben Flaggen und Zahlen zumindest die konventionelle Weltbewertung wie in einer Bundesligatabelle.

12) Die Briten überraschen immer wieder mit klug-subversiven Statistiken. In der Studie mit dem ironischen Titel A bit rich vergleichen sie kurz nach der Finanzkrise von 2008 den volkswirtschaftlichen Nutzen eines Steuerberaters mit dem einer Krankenschwester. Hm, wie dieser Vergleich wohl ausfällt?

13) Im Grunde hat man mit diesen 12 Dateien bereits einen guten Überblick über den Stand der materiellen wie der nicht-materiellen Weltbewertung. Da bereits seit Jahren keine neuen Bewertungsansätze hinzukommen, kann man sich auch Zeit lassen.

Kommentare deaktiviert für Die Welt neu bewerten

admin am Januar 28th 2017

Kommentarfunktion ist deaktiviert